Skandalsendung: Gestern noch Talk-Gast im ZDF, heute bei Heiko Schrang

06.09.2017 Lesedauer: 2 min bereits 551472 Leser

Die Talkshow „Wie geht’s Deutschland“ sorgte gestern für großes Aufsehen. Hier sollte der Eindruck erweckt werden, dass Bürger zu Wort kommen können. Dabei wurden wie so häufig nur Nebelkerzen gezündet. Einer der Talk-Gäste Petra Paulsen, Lehrerin und dreifache Mutter, war heute auf dem Rückweg vom Studio bei mir zu Besuch. Sie erregte dieses Jahr großes mediales Aufsehen mit ihrem Brief an Angela Merkel zur Flüchtlingskrise.

Ferner forderte sie in einer öffentlichen Rundmail: „Kein Mensch sollte sich heute in Deutschland hinter einem Nickname verstecken müssen, wenn er persönliche Erfahrungen und belegte Tatsachen berichtet.“ Vorrangig ging es ihr um die Angst vor Terror, Überfremdung und dem gesellschaftlichen Zerfall Deutschlands.

Die persönlichen Eindrücke, welche die Sendung bei ihr hinterließ, so erzählte sie mir, hatte mit ihrem Demokratieverständnis nichts zu tun.

Schon das Publikum, das für Klatschgeräusche und Beifallsrufe zu sorgen hatte, war augenscheinlich handverlesen und auf Meinungsmache gepolt. Frau Paulsens Tochter, die heute ebenfalls mit bei mir war, beobachtete die Sendung aus dem Publikum. Ihr fiel auf, dass Beifall immer dann einsetzte, wenn Mainstreampolitiker zu Wort kamen. Besonders bei Jürgen Trittin (Grüne) und Katja Kipping  (Die Linke) erhob sich regelmäßig ein lautes Beifallsgejohle, so dass bei ihr der Eindruck entstand, es handle sich um bezahlte Claqueure.

Die 19jährige Tochter von Frau Paulsen saß überdies neben der Angehörigen eines Bürgers, der ebenfalls an der Show teilnahm. Laut Frau Paulsens Tochter kommentierte die Dame kritisch die Sendung. Daraufhin drehte sich das Publikum um, nach dem Motto: „Wo kommt denn das schwarze Schaf her?“ und schüttelten den Kopf. Frau Paulsens Tochter ist Erstwählerin und teilte mir mit, sie war milde gesagt geschockt, weil nicht akzeptiert wird, dass es auch Andersdenkende in der Gesellschaft gibt.

Das Ziel der Sendung, so glaubte die Pädagogin war, normale Menschen mit ihren Sorgen wegen der Masseneinwanderung zu Wort kommen zu lassen. Doch hierin sah sie sich sehr schnell getäuscht. Es gab keine neutrale Moderation und die AfD wurde, wie immer in solchen Sendungen, als Buhmann dargestellt.

Ihr Fazit: Die Sorgen und die Wut der Bürger war nicht mehr, als der einkalkulierte Teil einer Show, deren Botschaft von Anfang an feststand: Den Deutschen geht es gut. Manche Dinge könne man vielleicht verbessern, aber wirkliche Probleme gibt es nicht. Wer Kritik übt, hat eine falsche Sicht der Dinge.

Ich selbst schaue solche Sendungen schon seit Jahren nicht mehr und habe die Praktiken hinter diesen Sendungen in dem Artikel  „Insider: Steckt ein Geheimplan hinter den Lanz, Will und Co. Talkshows?“ meinen Lesern offengelegt.

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